Dienstag, 14. Januar 2014

11.1. San José - Glück im Unglück

Ich sitze gerade am Busbahnhof, um in der nächsten Stunde hoffentlich nach Uvita (mein erstes eigentliches Ziel) gebracht zu werden. Es ist halb 1 morgens nach meinem Zeitgefühl, halb 6 abends nach tatsächlicher Zeit. Die letzten knapp 40 Stunden habe ich nicht viel Schlaf bekommen. Die letzte Flugetappe war nicht angenehm – in New York war die Zeit knapp, die Passkontrolle langsam und gerade ich scheinbar zwielichtig genug, einem nervigen Bodycheck unterzogen zu werden. Ich musste somit zum Flugzeug hetzen und verpasste damit die Chance, im Internet nach Schlafmöglichkeiten zu suchen. Und um ehrlich zu sein, bekam ich das erste Mal tatsächlich so etwas wie Angst. Scheiße, du wirst ganz allein sein, die nächsten Monate. Wieso wollte ich das eigentlich?
Aber sämtliche Glücksbringer – von Happy Meal Kuscheltieren über Schokoladengeldkoffer bis hin zu Quietschenten – sollten sich bewähren: Beim Check-In in New York traf ich auf eine einheimische Familie, die mich in San José kurzerhand zu sich einlud, als klarwurde, dass die Chancen auf einen angenehmen Aufenthalt gering waren und ich mich bereits auf ein Schläfchen am Flughafen vorbereitete. Ziemlich erschöpft nahm ich das nette Angebot an und machte somit die erste positive Erfahrung mit den Ticos, die mir auch am folgenden Tag mit Rat und Tat beiseite standen – vom Simkartenkauf über einen Crash-Drum-Kurs bis hin zu Nachhilfe in Sachen „Was trägt die hippe Jugend in Costa Rica“ [Ich gehör jetzt definitiv dank selbstgebasteltem Armband dazu!]. Ich verbrachte gleich den Tag mit ihnen und wurde vor knapp einer Stunde zum Busbahnhof gebracht, wobei ich auf der Fahrt feststellen durfte, dass ich in der Hauptstadt tatsächlich wenig verpasst habe. Ich freue mich, bald Lärm und Stress hinter mir lassen und stattdessen in die Natur eintauchen zu können. Dennoch bin ich sehr dankbar für die Erfahrung und vielleicht auch dankbar für meine kleine Naivität, die mich wieder mal in Kontakt mit wahnsinnig netten Leuten gebracht hat. Vielen Dank. Ich hoffe, dass ich das alles bald zurückgeben kann. What comes around goes around…

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