Freitag, 7. März 2014

The Monkeyfarm- We are believers


Seit einer Woche bin ich nun auf der „Monkeyfarm“ in Ocotal und nun schlafe ich tatsächlich, bis der Affe schreit. Und zwar ein kleines Affenmädchen namens Peanut, das momentan meinen Tagesablauf bestimmt. Morgens um 6 Uhr springe ich aus dem Bett und gönne mir einen Schluck Kaffee, bevor ich in die Mamarolle schlüpfe und Peanut das Milchfläschchen gebe. Danach werden die anderen Tiere – Hühner, Enten, Ziegen, Schweine, Hunde, Katzen, Hase und Papagei – gefüttert und es wird gepflanzt, gewässert, gebaut, gebohrt und geklettert. Und natürlich auch gechillt, gegessen, getrunken, getanzt, gefeiert und Gemeinschaft genossen.
Anfangs habe ich mich etwas verloren gefühlt. Ich kam hierher, um mich um die Pferde zu kümmern, die allerdings kurz vor meiner Ankunft weggelaufen und bisher nicht wieder aufgetaucht sind. Ich wusste nicht, wie ich meinen Beitrag zum Bestehen der Farm leisten könnte – weder bin ich Affenexperte, noch habe ich handwerkliches Geschick und zudem scheine ich wohl die einzige Person zu sein, die sogar Kakteen tötet. Keine guten Voraussetzungen also. Nun allerdings habe ich Selbstzweifel hinter mir gelassen und fühle mich wohl in unserer tierischen und menschlichen Gemeinschaft. Bis auf seltene Ausflüge an den Strand oder in die Stadt verweilen wir eigentlich stets auf der Farm – ich habe hier also weder Gelegenheit, mein Spanisch zu verbessern, noch die wunderschöne Landschaft Costa Ricas zu sehen. Schön ist diese hier auch nicht wirklich – es ist zu trocken, zu heiß. Aber ich bin hier nicht in Ocotal, sondern auf unserer kleinen Farm. Und ich bin hier, um etwas anderes als Spanisch zu lernen und zu erfahren. Und damit meine ich nicht nur das Wissen, dass ich kein Affe bin und der Versuch, Peanut von einem Baum zu retten in einer Rettungsaktion meiner selbst endet oder die Perfektion meiner Fähigkeiten in Multitasking (Blumen gießen oder Geschirr spülen mit einem kleinen, herumturnenden Affen auf der Schulter ist nicht immer leicht). Es ist vor allem Akzeptanz und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Akzeptanz dreckiger Füße und Haare, Akzeptanz von Affenpipi auf meiner Schulter und Ziegenhäufchen in der offenen Küche. Akzeptanz mangelnder Privatsphäre und des Teilens jeden Momentes – mit Tier und Mensch. Fast alles ist draußen oder hat zumindest keine geschlossenen Wände – Küche, Klo, Dusche. Ich teile Bett mit Katzen, Bananashake mit Affe und Klogeräusche mit Menschen. Und das ist etwas, das den Ort so besonders macht. Wir leben hier alle zusammen in einem eigenen kleinen Kosmos – wir alle sind voneinander abhängig. Ich lerne also mehr über Permakultur als nur über den Zusammenhang von Fischpipi und Pflanzenwachstum. Die Tiere und Pflanzen brauchen uns, aber ohne sie wäre der Ort ein anderer. Und auch wir brauchen uns, denn was der eine nicht kann, kann der andere. Oder macht ansonsten eben Piña Colada für alle! :-)
Morgen ziehen wir fast alle weiter, wieder zurück nach Uvita, auf ein Festival. Und dann wird der Norden erkundet. Aber wir kommen zurück – zu unserem kleinen Kosmos.


Unsere kleine Farm...

Unser Häuschen
Paul und Coqueta
Sexy cook! :-)






Last day with my monkeys. Love u all! :-)
Fundraising für die Monkeyfarm


 Pura Vida am Strand...

 


.... und im Wasser




Basteln für und mit Tieren...




Mit Coqueta am Strand

Nica
Mein Baby!
Das andere Baby


Happy Family! :-)








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