
Seit
einer Woche bin ich nun auf der „Monkeyfarm“ in Ocotal und nun schlafe ich
tatsächlich, bis der Affe schreit. Und zwar ein kleines Affenmädchen namens
Peanut, das momentan meinen Tagesablauf bestimmt. Morgens um 6 Uhr springe ich
aus dem Bett und gönne mir einen Schluck Kaffee, bevor ich in die Mamarolle
schlüpfe und Peanut das Milchfläschchen gebe. Danach werden die anderen Tiere –
Hühner, Enten, Ziegen, Schweine, Hunde, Katzen, Hase und Papagei – gefüttert
und es wird gepflanzt, gewässert, gebaut, gebohrt und geklettert. Und natürlich
auch gechillt, gegessen, getrunken, getanzt, gefeiert und Gemeinschaft
genossen.
Anfangs habe ich mich etwas verloren
gefühlt. Ich kam hierher, um mich um die Pferde zu kümmern, die allerdings kurz
vor meiner Ankunft weggelaufen und bisher nicht wieder aufgetaucht sind. Ich
wusste nicht, wie ich meinen Beitrag zum Bestehen der Farm leisten könnte –
weder bin ich Affenexperte, noch habe ich handwerkliches Geschick und zudem
scheine ich wohl die einzige Person zu sein, die sogar Kakteen tötet. Keine guten
Voraussetzungen also. Nun allerdings habe ich Selbstzweifel hinter mir gelassen
und fühle mich wohl in unserer tierischen und menschlichen Gemeinschaft. Bis
auf seltene Ausflüge an den Strand oder in die Stadt verweilen wir eigentlich stets
auf der Farm – ich habe hier also weder Gelegenheit, mein Spanisch zu
verbessern, noch die wunderschöne Landschaft Costa Ricas zu sehen. Schön ist
diese hier auch nicht wirklich – es ist zu trocken, zu heiß. Aber ich bin hier
nicht in Ocotal, sondern auf unserer kleinen Farm. Und ich bin hier, um etwas
anderes als Spanisch zu lernen und zu erfahren. Und damit meine ich nicht nur
das Wissen, dass ich kein Affe bin und der Versuch, Peanut von einem Baum zu
retten in einer Rettungsaktion meiner selbst endet oder die Perfektion meiner
Fähigkeiten in Multitasking (Blumen gießen oder Geschirr spülen mit einem
kleinen, herumturnenden Affen auf der Schulter ist nicht immer leicht). Es ist
vor allem Akzeptanz und ein starkes Gemeinschaftsgefühl. Akzeptanz dreckiger
Füße und Haare, Akzeptanz von Affenpipi auf meiner Schulter und Ziegenhäufchen
in der offenen Küche. Akzeptanz mangelnder Privatsphäre und des Teilens jeden
Momentes – mit Tier und Mensch. Fast alles ist draußen oder hat zumindest keine
geschlossenen Wände – Küche, Klo, Dusche. Ich teile Bett mit Katzen, Bananashake
mit Affe und Klogeräusche mit Menschen. Und das ist etwas, das den Ort so
besonders macht. Wir leben hier alle zusammen in einem eigenen kleinen Kosmos –
wir alle sind voneinander abhängig. Ich lerne also mehr über Permakultur als nur
über den Zusammenhang von Fischpipi und Pflanzenwachstum. Die Tiere und
Pflanzen brauchen uns, aber ohne sie wäre der Ort ein anderer. Und auch wir
brauchen uns, denn was der eine nicht kann, kann der andere. Oder macht
ansonsten eben Piña Colada für alle! :-)
Morgen
ziehen wir fast alle weiter, wieder zurück nach Uvita, auf ein Festival. Und
dann wird der Norden erkundet. Aber wir kommen zurück – zu unserem kleinen
Kosmos.
Unsere kleine Farm...
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| Unser Häuschen |
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| Paul und Coqueta |
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| Sexy cook! :-) |
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| Last day with my monkeys. Love u all! :-) |
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| Fundraising für die Monkeyfarm |
Pura Vida am Strand...
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| .... und im Wasser |
Basteln für und mit Tieren...
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| Mit Coqueta am Strand |
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| Nica |
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| Mein Baby! |
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| Das andere Baby |
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| Happy Family! :-) |
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