Donnerstag, 20. März 2014

25.2. – 3.3: Zu Vulkanen ohne Lava, Nebenwäldern ohne Nebel und Daiquiris ohne Reue

Nach diesem viel zu kurzen, gleichermaßen verrückten und spirituellen Wochenende und einem Tag der Regeration in Uvita in der Nähe meines geliebten Wasserfalls trennten sich die Wege unserer Reisegruppe: Für Paul ging es Richtung Süden, für Brian Richtung Flughafen und für Sue und mich Richtung Monkeyfarm, mit einem Abstecher ins Zentrum Costa Ricas – zu Nebelwäldern, heißen Quellen, Vulkanen und irrsinnig blauen Flüssen...

Nach einem kurzen Stop in Puntarenas erreichten Sue und ich von Uvita aus unser erstes Ziel: Monteverde, ein nettes kleines Städtchen im Zentrum Costa Ricas, umgeben von Nebelwäldern. Und es ist … kalt. Ich brauche tatsächlich meine Strickjacke, die ich bisher als unnütze Last verflucht habe und friere abends trotzdem. Doch irgendwie ist es auch ganz angenehm, durchzuatmen und nicht immer gegen eine geballte Ladung Hitze anzukämpfen. Am ersten Tag erklimmen wir magische Bäume, beobachten das Spiel einer Affenfamilie und trinken den wohl besten Mango-Daiquiri-Cocktail der Welt. 














Am nächsten Morgen geht es früh raus – wir wollen wandern. Wir haben beschlossen, nicht das Reservat Monteverde selbst, sondern das weniger touristische Santa Elena Reservat zu erkunden. Wir sehen kaum Tiere, dafür jedoch ein wunderschönes Stück Natur. Wir genießen die Stille des Waldes und lassen uns viel Zeit, den Blick auf jedes Rascheln in den Bäumen zu richten. Und wir haben Glück: Die sonst so in Nebel und Wolken eingebettete Gegend ist in diesen Tagen überraschend klar, und sogar auf den Vulkan Arenal haben wir freie Sicht. 


 

Nach so viel Sport und Luft in unseren Lungen gönnen wir uns abends einen weiteren, weltbesten Mango-Daiquiri-Cocktail und lauschen dem Konzert von Jeremy, den ich auf meinem Weg nach Ocotal kennengelernt habe. (Die Wege von Reisenden kreuzen sich hier nämlich früher oder später irgendwie.) Den Abend lassen wir mit ihm, ein paar amerikanischen Jungs und einigen Ticos multikulturell ausklingen. 












 
La Fortuna



Am nächsten Tag geht es mit dem Jeep-Boot weiter nach La Fortuna, zum Vulkan Arenal, um einen weiteren Punkt auf der To-See-Liste Costa Ricas abzuhaken. Wir kommen in „Gringo´s Pete“ unter, einem pinken Hostel mit Streichholzschachtelzimmern, das mich an meinen Hello-Kitty-Bungalow erinnert und mir somit gleich ein Heimatgefühl vermittelt. 
 
Das Wetter spielt mit, das Glück auch. Erick, den ich vor den Bambusduschen auf Envision kennengelernt habe, hat seinen Flug verschoben und begleitet uns die folgenden vier Tage, was uns die Gelegenheit gibt, wundervolle Orte per Auto zu besuchen, die sonst nur per Taxi oder teuer gebuchten Touren zu erreichen sind. 

Oh my god, we are so cute!
 
Arenal @ Sunset


Und so nebenbei: Meine neue Machete!




We are young...
We are free...











Wiederum beschließen wir, uns das Eintrittsgeld für den Vulkan Arenal zu sparen, da dieser aufgrund seiner Aktivität nur aus der Ferne zu besichtigen ist. Stattdessen besuchen wir seinen kleinen, schon früher gestorbenen Bruder, den Cerro Chato, und wandern ohne Stock und mit Hut 1140 Meter hoch und wieder einige Meter runter in den Krater in eiskaltes Wasser, um anschließend nach erfolgreichem Abstieg in heißen Quellen zu entspannen. Pura Vida! 

Let´s get started...



 The way up

 
 
 
 

Oben angekommen

Und ab ins kalte Wasser...

  

We did it! Booyah!
Und danach: Entspannung in heißen Quellen für alle...
 

Am nächsten Tag geht es zum nächsten Geheimtipp: Rio Celeste, der aufgrund einer chemischen Reaktion (ask Google) mit einem überaus magischen Blau überrascht. Wir sind fasziniert, können uns gar nicht mehr losreißen und geraten nach langer Wanderung mit vielen Pausen in heißen Quellen in die Dunkelheit des Dschungels. 







Und auch hier gibt´s heiße Quellen...


... mit faszinierendem Dreck
... und Steinen.

"Und die Ente bleibt drin." (Frei nach Loriot)
Eine Ente auf Reisen



Schwimmen im Krater...

... und im Rio Celeste


... und Chillen in heißen Quellen











Wild, wild monkeys!
 Am nächsten Tag geht es für Sue und mich nach einer langen, planlosen Autofahrt mit dem Bus nach Ocotal, zur Monkeyfarm, um unser restliches Backpack zu holen und uns ausgiebig zu verabschieden. Uns erwartet ein neues Team von Voluntären, das voller Engagement neue Projekte angreift und wir sind froh, zu sehen, wie viel sich in kurzer Zeit getan hat. Und sogar mein Baby ist erwachsen geworden und hat einen etwas älteren Freund gefunden, mit dem sie sich nun tagsüber die Zeit vertreibt und nur zum Essen, Essen klauen, Spielen und Schlafen vorbeikommt. 




Thank you, guys! Love you! :-)
Und wieder ist eine Woche vergangen. Eine Woche voller toller Erlebnissen und toller Bekanntschaften, die viel zu schnell verging. Ich bin sehr dankbar, dass es das Schicksal hier in Costa Rica scheinbar gut mit mir meint und mich stets zu den richtigen Orten und Leuten führt. 










Im Moment (8.3.) bin ich in Sámara, wo mich das Schicksal namens Couchsurfing wieder zum richtigen Ort gebracht hat, zu Vicente und seinen Freunden, wo ich nun seit sechs Tagen im Zelt nächtige und meine Weiterreise stoisch täglich auf „mañana“ verschiebe. Langsam kommt sie aber, die Angst vor dem Ende meiner Reise. Nur noch einen Monat, aber noch so viele Pläne. Schicksal, schenk´ mir doch ein bisschen mehr Zeit…

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